jelles blog
Der Sinn der kurzweiligen, jedoch nicht der ewigen Langeweile

4 Uhr nachmittags, 3. Januar. Die Zeit zwischen überall (Weihnachten, Silvester) und nirgendwo (jetzt, Schule). Der zwangsläufige Gemütszustand: Langeweile! - Die früher oder später aufkommende Frage: Wozu dieses studenlange Auf-dem-Sofa-Liegen? Was hat sich Mutter Natur oder der allmächtige Vater dabei gedacht? Und doch, so glaube ich, gibt es Sinn & Hintersinn des Ganzen! Ich glaube so, weil bisher alles, worüber ich nachdachte, einen Sinn ergab, oder jedenfalls das Meiste... und außerdem: Sonst würd' es ja ein Weg geben, dieses Nichts zu umgehen, es wär' einfach nicht da? Immerhin - meist' hat sie auch ein jähes Ende, die Langeweile. Durch eine neu aufgenommene Tätigkeit. Ja, ist es nicht das Ziel der Langenweile, eine Tätigkeit zu finden, die man aufnehmen kann? - Auf ein Ziel, so lernte ich einst, muss man draufhin arbeiten. Sich zu langweilen ist also gleichzustellen mit arbeiten? Ich denke hierzu benötigt es, sich die Langeweile in ihrem praktischen Vorgang anzuschauen. Die Leitfrage, die es hierbei zu beantworten gilt wäre: Was wird getan? - Es wird auf dem Sofa gelegen, es wird aufgestanden, es wird in die Küche gegangen, es wird der Kühlschrank geöffnet, es wir hineingeschaut, es wird der Kühlschrank geschlossen, es wird wieder zum Sofa gegangen, es wird sich hingelgt, es wird an die Decke gestarrt usw... Auf physischer Ebene also weit und breit keine Sicht von Arbeit. Die psychische Ebene in genauerer Betrachtung: Es wird viel Gedacht, wie zum Beispiel (der nachfolgende Gedanke ist fiktiv und wurde so nie gedacht, jedenfalls nicht von mir und jedenfalls nicht dass ich mich erinnern könnte):      << Was mach' ich bloß, was mach' ich bloß??? Essen??? Nö... Lesen??? Nö... [...]>> - Es wird sich, wie wir sehen, also geradezu das Hirn zermatert - oder mit anderen Worten: Das Hirn arbeitet! DAS Stichwort! Also, ein Ziel wäre vorhanden, welches da wäre, eine neue Tätigkeit anzufangen, auch ein Arbeitsprozess ist vorhanden, indem auf das Ziel hingearbeitet und hingedacht wird. Was fehlt noch? - Wie wäre es mit einem Grund für die Langeweile? - Das ist nicht sonderlich schwer: Langeweile hat man, wenn man nicht weiß, was man machen soll, also keine Tätigkeit zum Ausüben hat. Erneute Zusammenfassung: Grund: keine Tätigkeit; Ziel: neue Tätigkeit; Prozess: Tätigkeit (gedanklich) suchen. Nun, so finde ich, erkennt man auch einen Sinn in all der Quälerei: Wenn das Ziel ist, eine Tätigkeit zu finden, so ist der Sinn, den Prozess zu beenden, der sich damit beschäftigt, oder auch: Die Langeweile ist einzig und allein dazu da, sie zu überwinden (und sei es mit der weit hergeholten Philosophie über sie selbst)! Eines jedoch kann man nach dieser Erkenntnis nicht beantworten: Worin liegt der Sinn in der sogenannten ewigen Langeweile, die kein Ende und somit auch kein Ziel hat? - Ist es eine gescheiterte kurzweilige Langeweile, eine, die aus den Fugen geriet? Man weiß es noch nicht, man munkelt aber... 

Cheers, Euer Kuechenphilosoph!
3.1.08 19:32


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